Von Arbeit muss man leben können!
Die zunehmende Ausweitung des Niedriglohnsektors ist
wirtschaftspolitisch eine Sackgasse und mit sozialer Marktwirtschaft
nicht vereinbar. Das Ziel muss sein: Gerechte Löhne für gute Arbeit.
Rund 2,5 Millionen Beschäftigte arbeiten für Löhne, die weniger als 50
Prozent des Durchschnitteinkommens ausmachen. Rund 500.000
Vollzeitbeschäftigte erhalten zusätzliche aufstockende Sozialleistungen.
Allein in Sachsen-Anhalt arbeiten rund 33.000 Menschen in Vollzeit und
erhalten dafür einen Lohn, der nicht zum Leben reicht. Die Folge: Der
Staat zahlt zusätzliche Leistungen im Rahmen der Grundsicherung („Hartz
IV“). (Quelle: BA 10/2006)
Betroffen sind vor allem Geringqualifizierte, Frauen und junge Menschen.
Aber nicht nur. Als Ergebnis fehlender Lohngrenzen hat sich der
Niedriglohnsektor mittlerweile auch auf Menschen mit abgeschlossener
Berufsausbildung ausgedehnt.
Niedriglöhne haben auch Folgen für den Staat und die Wirtschaft selber.
Dem Staat gehen Steuereinnahmen in Höhe von mehreren Milliarden Euro
verloren, zusätzlich leistet er Zahlungen für diejenigen, die trotz
Arbeit nicht von ihren Löhnen leben können. Das Geld fehlt dem Staat für
notwendige Investitionen in Bildung und Infrastruktur.
Auch Teile der Wirtschaft fordern einen Mindestlohn. Bestimmte Branchen
können sich ohne Mindestlöhne nicht gegen Lohndumping und
Billiglohnkonkurrenz aus dem Ausland wehren. Wer fair zahlt, bekommt oft
den Auftrag nicht.
Vor allem eines ist entscheidend: Von Arbeit muss man leben können.
Löhne müssen daher existenzsichernd sein. Allen Vorstellungen von
Deutschland als Billiglohnland erteilen wir eine Absage. Die Ausweitung
von Niedriglohnbereichen ist kein Beitrag zur Zukunftssicherung. Daher
fordert die SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt die Einführung eines
Mindestlohns.
Empfehlungen zum Thema Mindestlohn
Sachsen-Anhaltischer Aufruf: "Von Arbeit muss man leben können",
Mindestlöhne sind notwendig. Ein Bündnis für die gerechte Entlohnung von
Arbeitsleistungen.
www.buendnis-mindestlohn.de
Aktuelle Meldungen und Kommentare, Analysen und Argumente sowie
zahlreiche Materialien bieten einen umfassenden Überblick zum Thema
Mindestlohn. Darüber hinaus kann die DGB-Kampagne für Mindestlöhne aktiv
unterstützt werden.
www.mindestlohn.de
Umfassende Informationen bietet auch das Online-Angebot des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
www.fuer-ein-lebenswertes-land.bmas.de