Bildung von Anfang an

Kinder haben einen natürlichen Wissensdrang, den sie über spielerische Erfahrungen befriedigen. Daran wird deutlich, wie wichtig die frühkindliche Bildung ist. Wenn kindlicher Wissensdrang nicht unterstützt wird, kann er verkümmern. Kinder brauchen geeignete und geregelte Strukturen, um sich Wissen anzueignen und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Die Grundvoraussetzungen werden im Elternhaus gelegt. Spätestens seit der ersten PISA-Studie wissen wir, dass in keinem anderen Land der Bildungsstand der Kinder so stark von sozialem und kulturellem Status der Eltern abhängt wie in Deutschland. Mit diesem Befund und dem Wissen um die Bildungsfähigkeit schon sehr kleiner Kinder gewinnt die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen stark an Bedeutung, denn Betreuung ist dort weit mehr als bloße Beschäftigung - sie ist gleichfalls Bildung und Erziehung. Kindertageseinrichtungen dienen nicht nur der reinen "Aufbewahrung" der Kinder während der Berufstätigkeit der Eltern, sondern werden neben dem Elternhaus zu Lebens-, Lern- und Erfahrungsorten.

Im bundesweiten Vergleich haben glücklicherweise die überwiegende Zahl der Kinder in Sachsen-Anhalt die Chance, Kindertageseinrichtungen zu besuchen. Im Alter bis zu drei Jahren gehen 48 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe in eine Kita, bei den 3 bis 6-Jährigen sind es 93 Prozent. Wir haben gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die sich hoch engagiert den Kindern widmen. Mit dem Bildungsprogramm "Bildung elementar" sind die Grundlagen für einen inhaltlichen Ausbau der frühkindlichen Bildung gelegt. Damit wird Kindern die Möglichkeit eröffnet, das Lernen schrittweise - im wahrsten Sinne des Wortes - zu erlernen. Hierfür bedarf es natürlich geeigneter kindgemäßer Methoden, wie Vorlesen und -spielen, Experimentieren, Rollenspiele, Demonstration von Abläufen oder Prozessen mit Einbindung der Kinder. Das ist umso wichtiger, als dass die optimalen Voraussetzungen, bestimmte Fähigkeiten zu erlernen, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in den verschiedenen Phasen der Kindheit liegen. Es bestehen so genannte Lernfenster, die nur eine bestimmte Zeit offenstehen. Der Volksmund hat ganz recht: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr."