Pressestimmen
Artikel aus der Volksstimme / 03.04.2009
Regionale Modelle finden viele Befürworter
Schulstruktur erwägt dritten Weg
Magdeburg. In der Diskussion um ein längeres gemeinsames Lernen aller
Schüler mehren sich in Sachsen-Anhalt die Stimmen, die für einen dritten
Weg eintreten : weder eine pauschale Änderung noch ein Beibehalten des
gegliederten Schulsystems, sondern regionale Modelle. Entsprechende
Überlegungen gibt es unter anderem bei der SPD, die eigentlich für eine
achtjährige Allgemeinbildende Oberschule im ganzen Land plädiert.
"Ich denke, dass es in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche
Konzepte geben kann", sagte Fraktionschefin Katrin Budde am
Mittwochabend bei einer von ihrer Partei organisierten Gesprächsrunde in
Magdeburg zum längeren gemeinsamen Lernen. Der Gedanke fndet sowohl in
der Wissenschaft als auch in der Schulpraxis und der Wirtschaft
Unterstützer. So forderte der hallesche Erziehungswissenschaftler
Hartmut Wenzel eine Abkehr von Entweder-oder-Diskussionen: "Die Zukunft
kann nur in einer regionalen Verantwortung liegen."
Der Magdeburger Gesamtschulleiter Gerd Voßmerbäumer sprach sich für ein
flexibel gestaltetes bundeseinheitliches Rahmengesetz bei gleichzeitiger
Stärkung der Schulautonomie aus. Man müsse es den Schulen selbst
überlassen, welche Form sie sich geben wollen.
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, Klaus
Olbricht, plädierte für ein einheitliches Schulsystem in Deutschland:
"Das würde der Wirtschaft entgegenkommen." Olbricht befürwortete zudem
ein "möglichst langes gemeinsames Lernen".
Der Verband Deutscher Privatschulen tritt ebenfalls für eine vielfältige
Bildungslandschaft ein. Landesgeschäftsführer Jürgen Banse forderte:
"Die Entscheidung über die Schulform muss flexibel gehandhabt werden."
© Volksstimme, 2009