Pressestimmen

Artikel aus der Altmark Zeitung / 02.11.2009

SPD-Landtagsfraktion lud zur Gesprächsrunde zum Thema Bildung / "Starke werden nicht stärker"

Gemeinsames Lernen als demokratisches Grundrecht

Stendal.   "Keinen zurücklassen - Länger gemeinsam lernen", unter diesem Motto lud die SPD-Landtagsfraktion zu einer Gesprächsrunde ein. 

Im Podium saßen Fraktionschefin Katrin Budde, Thomas Lippmann, Landesvorsitzender der GEW, IHK-Präsident Klaus Olbricht und Professor Matthias von Saldern vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Lüneburg. Er stellte die verschiedenen Bildungssysteme im Norden vor, etwa in Hamburg, wo die Grundschule noch sechs Jahre dauere oder in Niedersachsen, wo es noch das dreigliedrige Schulsystem mit Haupt-, Realschule und Gymnasium gebe. Olbricht warnte vor einer Absenkung des Bildungsstandards, es gebe schon jetzt zu wenige Fachkräfte. 

"Starke Schüler bleiben stark, sie werden nicht stärker, wenn sie früher von den Schwächeren getrennt werden", meinte Lippmann. Unter dem Deckmantel der Förderung werde der gesellschaftliche Preis für einen Wert gezahlt, den es nicht gebe. Von Saldern verwies auf die Menschenrechtserklärung, den Artikel 3 des Grundgesetzes und die Kinderrechtskonvention. Daraus sei nur ein Schluss zu ziehen, nämlich dass sich dem demokratischen Bürger die Frage der frühen Selektion nicht mehr stelle.

Nachgedacht werden müsse über andere Dinge, etwa warum ein guter Mathematikschüler genauso viele Unterrichtsstunden bekommt wie ein schlechter. Olbricht verwies auf ein gesellschaftliches Problem: "Kinder, deren Eltern in den letzten zehn Jahren nicht gearbeitet haben, wollen auch nicht zu Schule."

© Altmark Zeitung, 2009